Vom 1. bis 10. September verwandelt das Festival SHALOM-MUSIK.KOELN die Stadt in eine Bühne für jüdische Gegenwartskultur. Unter dem Motto „ZUHÖREN“ präsentiert es an über 25 Spielorten ein Programm, das von der Synagoge bis zum Kölner Dom reicht, von der Uraufführung bis zum kostenlosen Kurzkonzert, von der Alten Musik bis zum jiddischen Chanson. Veranstaltet vom Kölner Forum für Kultur im Dialog e. V. und der Synagogen-Gemeinde Köln, geht das Festival in seine vierte Ausgabe – und setzt ein klares Zeichen: Jüdische Musik ist kein Museum. Sie ist Gegenwart.
Zu Gast bei Hilde Domin
Den Auftakt macht am Dienstag, 1. September 2026, um 19:30 Uhr, das Eröffnungskonzert „Zu Gast bei Hilde Domin“ in der Flora Köln.
Hilde Domin wurde 1909 in Köln geboren – als Hildegard Löwenstein, Tochter einer Sängerin und eines jüdischen Rechtsanwalts. 1932 verließ sie Deutschland, zunächst nach Rom, dann über Paris und London in die Dominikanische Republik, wo sie 14 Jahre im Exil lebte. Ihr Pseudonym ist eine stille Verbeugung vor diesem dritten Zufluchtsland. Erst im Exil, mit über vierzig Jahren, begann sie zu schreiben – als Reaktion auf Verlust, Vertreibung und die unbeirrbare Kraft der Hoffnung. Ihre Gedichte, in 26 Sprachen übersetzt, gehören zu den bedeutendsten der deutschsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts.
An diesem Abend kehrt sie musikalisch nach Hause zurück: Der israelisch-deutsche Komponist und Pianist Shay Cohen hat vier ihrer Gedichte für Männerchor, Horn und Klavier vertont. Diese Vertonungen gelangen zur Uraufführung – gesungen vom Kammerchor des Kölner Männer-Gesang-Vereins, einem der traditionsreichsten Chöre Deutschlands, gegründet 1842, unter der Leitung des Wiener Dirigenten Bernhard Steiner.
Den Klang des Schofars bringt Bar Zemach mit: Der junge israelische Hornist und Schofar-Solist, Artist in Residence des gesamten Festivals, spielt als einer der ersten Musiker weltweit das uralte jüdische Ritualinstrument chromatisch auf der Konzertbühne. Sein Schofar – ein jemenitisches Erbstück seines Großvaters – verbindet an diesem Abend Jahrtausende mit der Gegenwart.
Sharon Brauner sorgt dafür, dass der Abend atmet. Die charismatische Sängerin und Schauspielerin – bekannt für ihren unverwechselbaren Berliner Charme und ihre Leidenschaft für das jiddische Lied – führt als Moderatorin durch das Programm und tritt gemeinsam mit den Toy Goys auf: Pianist Harry Ermer, Bassist Daniel Zenke, Beatboxer Paul Brenning und Trompeter Vít Polák. Ihr Sound bewegt sich irgendwo zwischen New Yorker Jazz und Berliner Hinterhof – und ihre jiddischen Chansons erinnern daran, dass Musik nicht nur erinnern, sondern auch feiern kann.
Informationen
Eröffnungskonzert „Zu Gast bei Hilde Domin“
Dienstag, 1. September 2026 um 19:30 Uhr
Flora Köln, Am Botanischen Garten 1a · 50735 Köln
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Public Cologne GmbH
Bild/Motiv: Sharon Brauner beim Eröffnungskonzert
Credit: Kay-Uwe Fischer